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1. Kreisklasse | Tobias Bosse im Interview

 

In seiner bisherigen Laufbahn kam Tobias Bosse bereits gut in Braunschweig und Umgebung rum. Zwei Kreuzbandrisse warfen ihn zwar zurück, aber davon ließ er sich nicht unterkriegen. Der Fußballverrückte ist aktuell Spielertrainer in der 1. Kreisklasse beim SV Querum. Wir führten ein Interview mit dem 29-Jährigen über seine Entscheidung für Querum, den er damals in der 2. Kreisklasse übernahm, den Trainerjob und seine weiteren Aktivitäten außerhalb der aktiven Laufbahn.

 


 

Du hattest die Möglichkeit in höheren Ligen weiter zu spielen. Warum bist Du damals in die 2. Kreisklasse gegangen?
Bosse: Nach dem zweiten Kreuzbandriss wollte ich die Belastung gering halten und weniger trainieren. Daher kam höherklassiger Fußball nicht mehr in Frage.


Wer beim SV Querum zuguckt, sieht schnell, dass du über 90 Minuten Kreuz und Quer läufst. Nach geringer Belastung sieht das aber nicht aus.
Bosse: Da magst du Recht haben, aber wenn ich auf dem Platz bin, dann kann ich auch nicht anders. Außerdem bringt das die Position als "Sechser" nunmal mit sich.


Viele Fußballer hätten nach zwei Kreuzbandrissen aufgehört aktiv zu spielen. Was motiviert dich immer wieder auf's Neue?
Bosse: Das Spiel, die Zweikämpfe, das nach dem Spiel mit der Mannschaft ein Bierchen trinken, der Trash-Talk auf dem Platz. Ich war noch nicht bereit, auf das alles zu verzichten und solange ich meinen Kadaver noch über das Geläuf bewegt bekomme, wird sich daran auch nicht viel ändern.

 

Wie kam der Wechsel zum SV Querum zustande?
Bosse: Ein Kumpel vom Sportstudium (Finn Ebeling) hat mich immer wieder angehauen, ob ich nicht mal zum Training kommen will. Dann hat er mich nach einem Eintracht-Spiel im Tennisheim in Bierlaune erwischt und überredet. Wie man sieht, habe ich mein Wort gehalten.


Das heisst es war ein üblicher Vertragsabschluss im Kreis auf einem Bierdeckel?
Bosse: Ja genau. Einen Vertrag gab es bis vor kurzem gar nicht. Nur zwei Männer die sich ein Wort gaben. Erst vor einigen Wochen wurde das Ganze auch vertraglich fixiert.


Du hast als Spieler angefangen und wurdest in der Rückrunde Trainer. Wie kam es dazu?
Bosse: Mein Vorgänger, Philip Nakonz, musste beruflich nach Stuttgart ziehen und bat mich sein Amt zu übernehmen. Da ich auf dem Platz sowieso immer am Quatschen bin, hat sich das ganz gut gepasst.


In deiner ersten Amtszeit als Trainer im Herrenbereich, bist du mit deinem Team direkt aufgestiegen. Hättest du das vorher gedacht?
Bosse: Wir hatten zur Winterpause ja schon gut vorgelegt und haben es dann gut zu Ende gespielt. Qualitativ gehört die Mannschaft auch in die 1.Kreisklasse.


Was momentan eher anders aussieht. Wo liegt das Problem?
Bosse: Wir machen zu viele individuelle, einfache Fehler. Die Hälfte unserer Gegentore haben wir uns selbst reingelegt. Wenn wir das abgestellt bekommen, holen wir auch die nötigen Punkte.


Ihr spielt mit dem SV Querum um den Abstieg in der 1. Kreisklasse. Was für ein Druck ist das für dich Spielertrainer?
Bosse: Druck ist das eigentlich gar nicht. Oftmals ist es eher ein organisatorisches Problem, sich einerseits auf das eigene Spiel zu konzentrieren und andererseits auch im Auge zu behalten, wer aus dem letzten Loch pfeift oder mit seiner Aufgabe überfordert ist. Ansagen zu machen, nachdem man in der 80. Minute gerade übers halbe Feld gesprintet ist, ist auch nicht so leicht.

 

Ihr habt momentan ein Torwartproblem, sodass regelmäßig ein Spieler im Tor steht. Wie kam es trotz eines Aufstiegs dazu?
Bosse: Das ist eine gute Frage. Alle Torwarte die ich kenne, hatten bereits woanders zugesagt und leider hat sich auch keiner auf unseren Aufruf gemeldet. Daher müssen wir zur Zeit improvisieren und die ehemalige Torfabrik Marcel Winkelvoss oder Stefan Salomon in den Kasten stellen, die sich glücklicherweise dazu bereit erklärt haben einzuspringen. Eine optimale Lösung ist das aber nicht.


Was kommt auf einen möglichen neuen Torwart in Querum zu?
Bosse: Ein geiles Team, dass bunt gemischt ist. Hälfte Studenten, andere Hälfte berufstätig, alle witzig! Und ein harter Abstiegskampf, an dessen Ende, da bin ich mir sicher, der Klassenerhalt steht.


Du bist Trainer, Spieler und machst viel neben dem Fußball im Kreis. Hast mit der Löwenrunde etwas geschaffen, was es vorher nicht gab. Wie kriegst du das alles unter einen Hut?
Bosse: Ich habe eine sehr verständnisvolle Freundin, die meine Leidenschaft zum Fußball zwar nicht teilt, aber auf jeden Fall akzeptiert. Ansonsten ist es auch oft stressig, aber der Sport entschädigt dann auch wieder für vieles. Das gilt für Querum, sowie die Löwenrunde oder Eintracht.


Abschließend: Was war dein schönster Moment im Fußball?
Bosse: Das war der Aufstieg mit Schöppenstedt in die B-Jugend Landesliga.

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Informationen
geschrieben von: Jens Grothe
Jens Grothe
29.10.2015 - 15:44
1986 Aufrufe
5
  Volltreffer
3
  Eigentor
• Tabelle
Platz Name Diff. Pkt.
1 Freie Turner 3 74 54
2 SV Melverode/Heidberg 58 49
3 SV Kralenriede 2 23 39
4 SC Victoria 19 35
5 Eintracht 3 15 31
6 SC RW Volkmarode 2 12 28
7 TSV Lamme 2 1 28
8 SG Timmerlah/MTV -9 28
9 MTV Hondelage 2 1 23
10 SV Stöckheim -25 22
11 1.FC Pappelberg -53 19
12 SV Querum -20 12
13 SpVgg Wacker -35 11
14 TSC Vahdet 2 -61 9
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